Salzamt, Klagenfurt

Salzamt, Klagenfurt

Kärnten, 2016

Landhaushofgasse 3, Klagenfurt

Durchgeführte Leistungen:

  • Bauhistorische Bestandserhebung
  • Baugenetische und restauratorische Befundung
  • Interventionsbezogene Detailuntersuchung

Objektgeschichte:

Das heute als Salzamt bezeichnete Gebäude in der Altstadt von Klagenfurt wurde schon bei seiner Errichtung als Amtshaus konzipiert. Als erster Bauherr des Objektes wird der erste ständische Burggraf Moritz Rumpf zum Wuelross (1523-1534) angesehen, der 1523 urkundlich erwähnt wird. Das Relief eines Sterns in der Rahmung des Nordportales dürfte einen diesbezüglichen Hinweis auf ihn liefern.

Um 1559 dürfte das Gebäude sein heutiges Aussehen mit dreigeschossigen Laubengängen erhalten haben. Die heute noch erhaltenen und sichtbaren Fragmente des Sgraffito-Kratzputzes an den Außenfassaden ist ebenfalls in diese Zeitepoche datierbar.

Im Jahre 1580 erwarben die Landstände von den Erben des Augustin Paradeiser, der das Burggrafenamt bis 1564 innehatte, das Objekt als Wohnstätte für hohe Beamte und den Burggrafen. Gleichzeitig erfolgte die Unterbringung des ständischen Generaleinnehmeramtes und der ständischen Buchhalterei (Registratur und Archiv), weiters diente der „Paradeiserhof“ den Verordneten der Kärntner Landständen als Ort für Zusammenkünfte. Spätestens zu diesem Zeitpunkt entstand der einheitlich umlaufende Arkadengang. Ein Indiz für eine repräsentative Nutzung des Gebäudes ist der bei den Umbaumaßnahmen 2000 bis 2002 aufgefundene barocke Wappenzyklus im 2. OG. des südöstlichen Gebäudebereiches. Dieser stammt aus der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts.

Projektverlauf:

Im Jahre 2000 erwarb die Firma Südrast Dreiländerecke Hotel- und Restaurantbetriebsgesellschaft m.b.H. das Objekt. Kurz darauf begann der Umbau zum Luxushotel durch das Architekturbüro Team A Graz nach Plänen von DI Herbert Missoni. Unter anderem erfolgte die Freilegung der Arkaden (Entfernen der Fensterelemente in den Arkadenbögen) und die Herstellung eines Glasdaches über dem Arkadenhof. Nachdem das Hotel aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen wurde, erwarb die Lilihill Asset Management GmbH das Objekt im Jahre 2015. Die daraufhin gestarteten Umnutzungsüberlegungen des bis auf die Polizeiwache leerstehenden Objektes, erforderte die Erarbeitung einer detaillierten Bauuntersuchung des historischen Bestandes. Neben der Archiv- und Literaturrecherche wurden restauratorische Sondagen durchgeführt.

Im 2. Obergschoß befindet sich der ehemalige Sitzungssaal mit den barocken Wappenzyklus an den Wänden.
Der Arkadenhof des Gebäudes.
Interventionszonen bedingte Sondagen brachten mehrere polychrome Fassungsschichten zu Tage.
Bauphasenplan des Erdgeschoßes.
Bauphasenplan des 1. Obergeschoßes
Bauphasenplan des 2. Obergeschoßes.