Pfarrstadl, Niedergrünbach

Pfarrstadl, Niedergrünbach

Niederösterreich, 2025

Durchgeführte Leistungen:

  • Bauhistorische Bestandserhebung

Objektgeschichte:

Das Wirtschaftsgebäude entstand im Zusammenhang mit dem Neubau des Pfarrhofes 1706 unter Graf Karl Josef von Lamberg. Laut Biedermann wurde dabei auch ein Schüttkasten errichtet. Die dendrochronologische Untersuchung bestätigt diese Bauphase: Die Hölzer des ursprünglichen Dachstuhls wurden auf die Jahre 1712–1716 datiert.

Ursprünglich war das Gebäude als Holzkonstruktion ausgeführt. Dies belegen die erhaltenen Einschnitte und Zapfenlöcher an den Fußpfetten, die auf eine Konstruktion mit Holzständern und Kopfbändern hinweisen. Auch der Franziszeische Kataster von 1823 zeigt das Gebäude noch als eigenständigen Holzbau. Das Schnappschloss und die Langbänder des Tores könnten sogar älter als die Scheune selbst sein.

Nach 1850 wurde das Gebäude wesentlich umgebaut und erweitert. Die dendrochronologisch datierten Hölzer aus den Jahren 1856/57 belegen die Verlängerung der Scheune bis an den Pfarrhof. Gleichzeitig ersetzte man die hölzerne Erdgeschosskonstruktion durch ein Mischmauerwerk. Hinweise auf diesen Umbau liefern Bohrlöcher in den Fußpfetten, die auf eine temporäre Abstützung des Dachstuhls während der Arbeiten schließen lassen.

Im Zuge dieser Bauphase wurde im nördlichen Bereich ein gewölbter Stall errichtet. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts erfolgte eine Unterteilung des Stallbereichs: Ein Raum erhielt eine Preußische Kappe, während der andere als gewölbter Viehstall erhalten blieb. Die südlichen Räume waren ursprünglich offen bzw. mit Holztoren oder Bretterverschlägen geschlossen. Ein erhaltenes Tor sowie historische Beschläge zeugen noch von dieser Nutzung.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erfolgten weitere Anpassungen durch den Einbau zusätzlicher Zwischen- und Westwände sowie die Montage eines zweiflügeligen Tores.