Burg Mauterndorf

Burg Mauterndorf

Salzburg, seit 2012

Durchgeführte Leistungen:

  • 2012 Burg: Gesamtkonzept Restaurierung, Planung, Bauforschung
  • 2013 Westfassade Putz: Bauforschung, Sanierungsplanung, Bestandserfassung, Fachbauaufsicht
  • 2013-2014 Kapellenturm: Bauforschung, Bestandsaufnahme, Fachbauaufsicht
  • 2014-2015 Fassade Zinnen: Gutachten, Fachbauaufsicht
  • 2015-2016 Rittersaal Deckensanierung: Bestandserfassung, Gutachten
  • 2015-2017 Entwässerung Spielhof: Sanierungsplanung, Fachbauaufsicht
  • 2019 Bohrwiderstandsmessungen: Befundung, Gutachten
  • 2026 Palas und Schüttboden: Bauforschung, Bestandserhebung

Objektgeschichte:

Die Errichtung der Burg dürfte auf die Erlaubnis Papst Innozenz IV. zurückgehen, der 1253 dem Salzburger Domkapitel das Recht einräumte, auf eigenem Boden Burgen zu bauen. Das Domkapitel hatte hauptsächlich im Lungau einen geschlossenen Besitz und in der Folge ist von einer anderen domkapitlischen Burg nichts hören, somit wird diese päpstliche Erlaubnis wohl mit dem Bau der Burg Mauterndorf in Zusammenhang zu bringen sein. Im Jahre 1339 verleiht Erzbischof Heinrich der Kapelle in der Burg 40 Tage Ablaß, dies lässt den Schluss zu, dass die Anlage und die Kapelle zum Großteil fertiggestellt worden ist. Die Befestigungsanlagen erfuhren durch Dompropst Ebran von Wildenburg um 1480 einen Ausbau. Um 1494 wurden die Räume oberhalb der Kapelle errichtet und kostspielig ausgestattet. Fünfzig Jahre später wird ein neuer Teil angebaut, der 1559 fertig gestellt wurde. Durch die Säkularisierung des Domkapitels im Jahre 1806 wurde die Burg inkameriert und da sie keine Erträge abwarf veräußerte man das Mobiliar und ließ die Burg verfallen. 1832 erklärte man die Burg zur Ruine. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wechselte die Burg mehrmals die Besitzer, die nichts grundlegendes gegen die Verfallserscheinungen unternahmen. Erst Dr. Hermann Epenstein, kgl. preußischer Stabsarzt, kaufte 1894 die Burg und ließ sie durch den Architekten und Konservator Vitus Berger wieder instandsetzen. Nach dessen Tod im Jahre 1934 setzte seine Frau Hermann Göring, dessen Pate ihr Mann war, als Erben für die Burg ein. Da Göring seinen Besitz nie grundbücherlich eintragen ließ, verlor die Schenkung ihre Rechtsgültigkeit. Somit wurden Verwandte von Frau Epenstein rechtmäßige Eigentümer der Burg. Die Burg wurde 1965 durch die Republick Österreich gekauft und 1968 an das Land Salzburg weitergegeben. In dieser Zeit wurden auch die wieder längst fälligen Restaurierungsarbeiten begonnen. Seit Jahren ist die Burg als „Erlebnisburg“ touristisch genutzt und steht unter der Verwaltung der Salzburger Burgen und Schlösser.

Der Kapellenturm in der Hofansicht, vor der Restaurierung.
Deckensanierung im Rittersaal
Befundung der Wandmalerei hinter der Vertäfelung
Baufuge im Palasdachboden sichtbar
Zustand der Burg vor der Restaurierung 1895-1901
Baualtersplan Erdgeschoss Palas und Schüttboden