Bahnhof Hütteldorf

Bahnhof Hütteldorf

Wien, 2024

Durchgeführte Leistungen:

  • Bauhistorische Bestandserhebung

Objektgeschichte

Der Bahnhof Hütteldorf stellt den Endpunkt der damaligen 10,8 km langen Wientallinie entlang dem Verlauf des Wienflusses sowie der 9,9 km langen Vorortelinie zwischen Heiligenstadt und Hütteldorf dar. Nach dem Gewinn der Ausschreibung 1893 wurde die Planung vom Architekturbüro Otto Wagners übernommen. Die einzelnen Empfangsgebäude der Stationen mussten aufgrund der Ansprüche und den Repräsentationserfordernissen einzelner Stationen sehr individuell gestaltet worden. Die Stationsgebäude auf der Vorortlinie wurden entsprechend schlichter ausgeführt. Für die beiden Empfangsgebäude des Bahnhofs Hütteldorf-Hacking verwendete Otto Wagner den traditionellen Bahnhofstypus mit einer erhöhten Empfangshalle, die eine etwas reichhaltigere Gestaltung erfuhr und niedriger gehaltenen Flanken, die nur durch die Fensterachsen gegliedert wurden. Die Gebäude sind reine Personenhaltestellen in Tieflage mit durchschnittlich 120m Stationslänge.

Bereits bald nach Fertigstellung der Stationsanlage im Jahr 1898 wurde der östliche Bereich der Station verändert. Dies geschah für den zweigleisigen Ausbau der Vorortelinie zwischen Penzing und Hütteldorf und bedeutete einen markanten Eingriff in die ansonsten sehr strenge Zusammenstellung der beiden Stationsgebäude durch den Abtrag der östlichen Veranda samt Kopfbau und die Neuherstellung eines (bis heute erhaltenen) Vordaches im Stil der Perrondächer und einer (später wieder abgebrochenen) Bahnsteigüberdachung.

Mit der Elektrifizierung der Wiener Stadtbahn 1925 wurde am Bahnhof Hütteldorf eine Wendeschleife für die Wientallinie errichtet und damit die ursprüngliche Station funktionell beschnitten. Die Vorortelinie spielte nach dem zweiten Weltkrieg eine Nebenrolle. Sie war 1934 in das Netz der Staatsbahn integriert worden. Erst in den 1980er Jahren wurde sie wiederbelebt, Bahnhöfe und Haltestellen saniert und die Strecke modernisiert.

In den 1980er Jahren wurde die Station Hütteldorf nach zwischenzeitlichem Bedeutungsverlust wiederbelebt, saniert und modernisiert – so wurde u.a.  die U-Bahnendstation U4 anstelle der Perrons 5 und 6 (flussseitiger Hausbahnsteig) errichtet. Damit wurde zwar die wagnerische Zwillingsstation wieder in Funktion gesetzt, allerdings auch deutliche bausubstanzielle Eingriffe in die historische Substanz getätigt.

2005-06 fand eine Neugestaltung der Geschäftsflächen im Untergeschoß und der Passage statt. In den folgenden Jahren wurden vereinzelt weitere Maßnahmen wie z.B. Oberflächenbeschichtungen, oder bezüglich des Brandschutzes und der Barrierefreiheit, umgesetzt.